Aktuelle Mitteilungen

40 Jahre Raschi-Haus – Programm zum Jahrestag am 18. November

Ende November 1982 konnte nach jahrelangen Planungen, Überlegungen und komplexen Vorarbeiten das Raschi-Haus in der Hinteren Judengasse als neue Heimstatt seiner Bestimmung übergeben werden.

Es beheimatet eines der ersten jüdischen Museen in Westdeutschland nach der NS-Zeit und dient zugleich als Zweckbau für das Stadtarchiv mit seiner Fotoabteilung und für die Untere Denkmalschutzbehörde.

Das Raschi-Haus im Bau im Jahr 1981

Zur Einweihung des gelungenen und bis heute lebendigen Ortes, der mittelalterliche Substanz mit modernen Anforderungen geschickt kombiniert, begrüßte OB Wilhelm Neuß zahlreiche Gäste.

Dazu zählten neben dem vor kurzem verstorbenen Architekten Rainer Kleebank der langjährige Leiter von Archiv und Museum, Ehrenringträger Fritz Reuter (1929-2021). Er hatte 1977 das für die Realisierung entscheidende Konzept für den Wiederaufbau und die vielfältige, nachhaltige Nutzung des alten neuen Baues vorgelegt hatte.

Ebenso anwesend waren Vertreter der Jüdischen Gemeinde Mainz und Prof. Dr. Otto Böcher, Wormser Theologe und Kunsthistoriker, einer der frühesten Mahner für eine angemessene Nutzung des 1971 abgerissenen „alten“ Baues.

Insgesamt steht der Bau steht im Kontext der seit den 1970er-Jahren erfolgten Sanierungsanstrengungen im Bereich der Judengasse unter Federführung des damaligen Stadtplaners Wolfgang Grün.

Am Freitag den 18.11.2022 (10 bis 18 Uhr) wird bei freiem Eintritt ein attraktives Programm zur Erinnerung an das 40-jährige Bestehen mit dem Schwerpunkt auf dem Jüdischen Museum geboten.

Das Programm im Einzelnen

Laufend: Fotodokumentation zum Wiederaufbau des Hauses zwischen 1968 und der Einweihung November 1982

11 und 14 Uhr: Kurzführungen von Aquilante De Filippo M.A. (Denkmalschutzbehörde) zur Baugeschichte des Raschi-Hauses im Kontext SchUM-Welterbe, evtl. mit Blick in den Garten/archäologische Grabungen

14.30 Uhr: Grußwort von OB Adolf Kessel

15 und 17 Uhr: Kurzvorträge von Dr. Gerold Bönnen zur Geschichte des Wiederaufbaues 1968 bis 1982 (mit Fotopräsentation)

Präsentation ausgewählter Neuzugänge des Museums

Buchverkauf zu Sonderpreisen

Mitgliederbrief August 2022

Liebe Mitglieder des Altertumsvereins,

es freut uns sehr, dass es den vereinten Anstrengungen aller Beteiligten in den vergangenen Monaten gelungen ist, das Museum im Andreasstift wenigstens teilweise wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Frau Dr. Spille, die sich dabei in vielerlei Hinsicht engagierte, sowie Frau Storf-Felden, Herrn Dr. Mattes und Herrn Schalk, die mit ihr zusammen an den Eröffnungstagen die Gäste durch die Sammlungen geführt haben, gilt unser aller Dank.

Trotz Pandemie ist auch unser Exkursionsprogramm wieder angelaufen. Eine große Zahl von Anmeldungen zeigt, dass trotz aller Einschränkungen ein großes Interesse an diesen Veranstaltungen besteht.

In unserem heutigen Rundbrief möchten wir Sie alle über unser Veranstaltungsprogramm im Winterhalbjahr 2022/23 informieren:

Schon jetzt laden wir Sie alle zu unserer Vortragsreihe ein. Ihren Schwerpunkt bildet in diesem Jahr die Erinnerung an zwei wichtige Ereignisse, die Geburt Kaiser Friedrich Barbarossas (ca. 1122-1190) und die Revolution von 1848, die Europa vor 175 Jahren neu gestaltete.

Freitag, 26.08.2022: Dr. Gerold Bönnen, Worms                                                             

Friedrich I. Barbarossa und Worms – eine „kaiserliche Stadt“?

Aus Anlass des 900. Geburtsjahres Kaiser Friedrichs I. Barbarossa (1122-1190) wirft der Vortrag einen Blick auf die überaus vielfältigen Beziehungen des Kaisers zur Bischofsstadt Worms, deren Oberhirten, Geistliche, Juden und Bürger in besonderem Maße von der Förderung durch den Staufer profitiert haben. Es stellt sich dabei die Frage, welchen Anteil das herrscherliche Handeln am erheblichen urbanen Aufschwung der blühenden Stadt am Rhein hatte. Vor allem das im Stadtarchiv verwahrte Diplom für die Wormser von 1184 wird dabei ausführlich zu würdigen sein, bevor es im Herbst als Leihgabe einer großen Barbarossa-Ausstellung nach Münster ausgeliehen wird.

Donnerstag, 15.09.2022: Prof. Dr. Matthias Untermann, Heidelberg

Neueste Befunde zur Erbauung des Wormser Doms

Öffentlicher Abendvortrag im Rahmen der Tagung „Das Wormser Konkordat von 1122 im europäischen Kontext“

Freitag, 02.12.2022: Dr. Petra Marx, Münster

Barbarossa. Die Kunst der Herrschaft – eine Ausstellung zum 900. Geburtstag des Stauferkaisers in Cappenberg und Münster

Anlässlich des 900. Geburtstages des berühmten Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa (1122–1190) zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster die große internationale Sonderausstellung „Barbarossa. Die Kunst der Herrschaft“. Die schillernde Figur des Kaisers „Rotbart“, der als schwäbischer Herzogssohn und seit 1155 als Kaiser die Geschicke Europas mit lenkte, steht im Zentrum der Schau, die sich auf zwei Standorte verteilt: das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster und Schloss Cappenberg bei Selm, Kreis Unna. Dr. Petra Marx, die Kuratorin des mit 120 Kunstwerken bestückten Ausstellungsteils in Münster, gibt Einblicke in die Konzeption und zu den kostbaren Leihgaben des einzigartigen Projekts, die unter anderem aus Paris, London und Kopenhagen nach Münster reisen.

Freitag, 27.01.2023: Dr. Carolin Katzer, Mainz

„Intoleranz und Religions-Einschränkung“? Katholiken, Lutheraner und Reformierte in Worms im 18. Jahrhundert

Wie gestalteten die Gläubigen im mehrkonfessionellen Worms ihr Zusammenleben? Gab es dort noch im 18. Jahrhundert konfessionelle Konflikte und wie wurden diese ausgetragen? Der Vortrag beleuchtet diese Fragen und betrachtet konkret das Zusammenspiel von Konfession, Politik und Alltagspraxis im frühneuzeitlichen Worms. Damit wird ein Einblick in die mehrkonfessionelle Koexistenz, aber auch in die konfessionellen Konflikte und deren Bewältigung im Worms des 18. Jahrhunderts gewährt.

Freitag, 24.02.2023: Dr. Daniel Nagel, Worms

Verlauf, Ergebnisse und Folgen der Revolution von 1848/49

Die Revolution von 1848/49 ist eines der zentralen Ereignisse der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Im kollektiven Gedächtnis ist vor allem das Scheitern der Gründung eines deutschen Nationalstaats geblieben – die Folge der Ablehnung der Paulskirchenverfassung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV.

So bedeutsam dieses Ereignis auch war, die Auswirkungen der Revolution waren umfassender: Die Entstehung einer nationalen Öffentlichkeit und der Grundlagen eines Parteiensystems zählen ebenso dazu wie die Abschaffung der Reste des Feudalwesens, das im ländlichen Bereich die zentrale Errungenschaft der Revolution darstellte.

Der Vortrag beabsichtigt, Verlauf und Ergebnisse der Revolution in Deutschland unter Einbeziehung der regionalen und lokalen Ereignisse zu schildern. Besondere Beachtung sollen dabei die langfristigen Folgen finden – von der Bismarckschen Reichsgründung als Gegenentwurf zu 1848/49 bis zu den Grundrechten des Grundgesetzes.

Freitag, 17.03.2023: Dr. Burkard Keilmann, Worms

Pulverdampf an der Pfarrhaustreppe. Deutschkatholiken im Vorfeld der Revolution von 1848 in Worms und im südlichen Rheinhessen

Aus der Opposition zu einer Massenwallfahrt zum Heiligen Rock in Trier entwickelte sich seit 1844 die deutschkatholische Bewegung, die Papsttum und Amtskirche als Unterdrücker der Freiheit bekämpfte. Gerade in unserer Region verursachte sie erhebliche religiöse, soziale und politische Spannungen. Viele ihrer Anhänger gehörten wenig später zu den führenden Persönlichkeiten der Revolution von 1848. Der Vortrag geht der Entstehung dieser Bewegung nach und untersucht die Frage, welche Ideen ihre Protagonisten mit den Forderungen der Revolution von 1848 verbanden.

Freitag, 21.04.2023: Mitgliederversammlung des Altertumsvereins, anschließend Dr. Gerold Bönnen, Worms

Neues aus dem Stadtarchiv

Alle Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr im Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums. Bitte beachten Sie die am Veranstaltungstag gültigen Corona-Regeln. Sollte wegen der Pandemie eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, werden wir Sie rechtzeitig über Alternativen informieren.

Auch unsere Stadtrundgänge werden wir im Oktober 2022 wieder aufnehmen:

Der Wiederaufbau der Wormser Innenstadt nach den Kriegszerstörungen 1945 musste schnell vonstattengehen. Jetzt sind diese Gebäude etwa 70 Jahre alt. Welche stadtplanerischen Gedanken und architektonischen Vorgaben lagen zugrunde? Wie beurteilen wir heute diese Gebäude? Anhand ausgewählter Beispiele wird bei diesem Rundgang die Wormser Architektur im 1. Jahrzehnt nach dem Kriegsende vorgestellt.

Leitung: Dr. Irene Spille

Treffpunkt: Weckerlingplatz

Termine: Donnerstag, 6. Oktober 2022, 17 Uhr und Samstag, 15. Oktober 2022, 10 Uhr

Die Ringanlage zwischen Andreastor und Luginsland wird neu gestaltet. Das öffentliche Interesse an dieser Maßnahme ist enorm. Nachdem im Frühjahr bei den Stadtrundgängen nicht alle Interessierten berücksichtigt werden konnten und die Arbeiten jetzt weiter fortgeschritten sind, wird dieser Rundgang jetzt nochmals angeboten.

Leitung: Aquilante de Filippo

Treffpunkt: Andreastor

Termine: Samstag, 8. Oktober 2022, 10 Uhr und Donnerstag, 13. Oktober 2022, 17 Uhr

Wegen begrenzter Teilnehmerzahl ist für die Veranstaltungen eine vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich, per Mail auf info@altertumsverein-worms.de oder telefonisch bei Spille, 06241 46950. Anmeldebeginn ist ab Dienstag, 20. September 2022.

Auch auf die wissenschaftliche Tagung zum Thema „900 Jahre Wormser Konkordat 1122-2022“, die in der Zeit vom 14. bis zum 16. September 2022 im Wormser Tagungszentrum stattfindet möchten wir Sie noch einmal hinweisen. Der Eintritt ist frei, eine verbindliche Anmeldung per Mail bis zum 24. August unter stadtarchiv@worms.de ist erforderlich. Nähere Informationen finden Sie unter www.stadtarchiv-worms.de.

In der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen bei unseren Veranstaltungen grüße ich Sie alle ganz herzlich.

Bleiben Sie gesund!

Ihr / Euer

Urkundenpräsentation und Vortrag am 26.08.2022: Friedrich I. Barbarossa und Worms – eine ‚kaiserliche Stadt‘?

Aus Anlass des 900. Geburtsjahres Kaiser Friedrichs I. Barbarossa (1122-1190) und der bevorstehenden Ausleihe der Originalurkunde des Herrschers für die Bürger der Stadt Worms vom Jahre 1184 bietet das Stadtarchiv Worms am 26.8. die Chance auf einen unmittelbaren Blick auf das so bedeutende Pergament mit der kaiserlichen Goldbulle.

Die Urkunde Friedrich Barbarossas für die Bürger von Worms aus dem Jahr 1184.

Im Laufe des Tages besteht bei freiem Eintritt in das Jüdische Museum Raschi-Haus (Hintere Judengasse 6) in den regulären Öffnungszeiten (10 bis 12.30, 13.30 bis 17 Uhr) die Möglichkeit, dem sonst im klimatisierten Magazin verwahrten Original ganz nahe zu kommen. Der Archivleiter Dr. Gerold Bönnen bietet um 14 und 16 Uhr vor Ort jeweils eine Präsentation zu den bemerkenswerten Details der Urkunde an, um so Form und Inhalt des Originals besser verstehbar zu machen.

Abends um 19 Uhr wird unter dem Titel „Friedrich I. Barbarossa und Worms – eine ‚kaiserliche Stadt‘?“ ein gemeinsam mit dem Altertumsverein Worms im Tagungszentrum Das Wormser (Rathenaustr., Liebfrauensaal) angebotener Vortrag einen Blick auf die überaus vielfältigen Beziehungen des Kaisers zur Bischofsstadt Worms richten. Deren Oberhirten, Geistliche, Juden und die entstehenden Bürgergemeinde haben im 12. Jahrhundert in ganz besonderem Maße von der Förderung durch den Staufer profitiert. Der Eintritt ist frei.

Es stellt sich dabei die Frage, welchen Anteil das herrscherliche Handeln am erheblichen urbanen Aufschwung der blühenden Stadt am Rhein hatte. Vor allem das erwähnte, im Stadtarchiv verwahrte Diplom für die Wormser von 1184 mit der Gewährung beachtlicher bürgerlicher Rechte wird dabei ausführlich zu würdigen sein, bevor es im Herbst als Leihgabe einer großen Barbarossa-Ausstellung nach Münster ausgeliehen wird.

Neue Publikation zu den Kämmerern von Worms bietet reiche Erkenntnisse

Der Mainzer Historiker Dr. Franz Stephan Pelgen, ein hervorragender Kenner der adligen Kultur der Region, hat zusammen mit Jana Bisová (Mähren) als Ergebnis jahrelanger Recherchen zur Geschichte der bedeutenden Adelsfamilie der Kämmerer von Worms genannt von Dalberg jetzt eine umfangreiche, exzellent bebilderte Publikation vorgelegt.

Mitglieder des Altertumsvereins können die Publikation ab 15. Juli zum Sonderpreis von 29 Euro im Jüdischen Museum/Raschi-Haus erwerben.

Besonders wertvoll sind die neu aus den Quellen gearbeiteten Stammtafeln; viele noch nie gezeigte Schätze aus zum Teil privatem Besitz können in dem mehr als 230 Seiten umfassenden, aufwendig gestalteten Band erstmals vorgestellt und in den Kontext der spannenden Familiengeschichte vor allem der frühen Neuzeit eingeordnet werden. Darunter befinden sich glanzvolle Abzeichen der besonderen Familienwürde, Portraits und anderes, eingebettet in die spannende Geschichte der 1653 in den Reichsfreiherrenstand erhobenen Familie.

Das Stadtarchiv Worms verwahrt in seinen Beständen umfangreiches, bis in das 13. Jahrhundert zurückreichendes Archivmaterial zu Familie und Herrschaft Dalberg, darunter zahlreiche Urkunden, Aktenbände, Karten und Pläne von überregionaler Bedeutung. Auch aus diesem Grund hat das Archiv (finanziell unterstützt vom Wormser Altertumsverein) den Band in der Reihe der Wormsgau-Beihefte herausgegeben. Die Gestaltung und hochwertige buchtechnische Umsetzung lag in den bewährten Händen der Wernerschen Verlagsgesellschaft Worms.

Franz Stephan Pelgen/Jana Bisová: Die einzigartige Würde der Kämmerer von Worms genannt von Dalberg als Erste Erbritter des Heiligen Römischen Reiches und ihre sichtbaren Abzeichen, 232 Seiten mit ca. 126 Abbildungen und Stammtafeln, Worms 2022 – Verlag Stadtarchiv Worms (Der Wormsgau, Beiheft 43) 49,- € (ISBN 978-3-9806754-0-6)

Dr. Josef Mattes neues Ehrenmitglied des Altertumsvereins

Fast 16 Jahre lang – vom 1. Januar 2005 bis zum Herbst 2020 – war Dr. Josef Mattes Vorsitzender des Wormser Altertumsvereins.

In dieser Zeit hat er Herausragendes für den Verein geleistet:

Dr. Josef Mattes (Mitte) mit Dr. Burkard Keilmann (1. Vorsitzender) und Dr. Irene Spille (2. Vorsitzende)

Mit hohem persönlichen Einsatz nahm er die alltäglichen Aufgaben des Vorsitzenden wahr, plante ungezählte Exkursionen, organisierte Vorträge und Präsentationen und leitete die Diskussion in den Vorstandssitzungen. 

Ein ganz persönliches Anliegen ist ihm der Einsatz des Vereins für das große jüdische Erbe unserer Stadt. Mit seinem unermüdlichen Engagement für den Wormser Heiligen Sand, dessen Pflege und die Dokumentation seiner Gräber hat Herr Dr. Mattes wesentlich zur Bewerbung der SchUM-Städte um Anerkennung als Welterbe der UNESCO beigetragen.

Als Bauherr trug er für den Altertumsverein in den letzten Jahren die Verantwortung für die Wiederherstellung der beiden verlorenen Flügel des Kreuzgangs im Andreasstift, deren Vollendung wir im letzten Jahr feiern konnten.

Ohne diesen Einsatz wäre auch die große Landesausstellung im Luthergedenkjahr 2021 im Wormser Museum nicht möglich gewesen.

Die Mainzer Landesregierung und die Stadt Worms haben diese Leistungen bei verschiedenen Anlässen bereits ausdrücklich anerkannt. Auch der Wormser Altertumsverein dankte Herrn Dr. Mattes nun durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft für sein langes, vorbildliches Engagement

Mitgliederbrief April 2022

Liebe Mitglieder des Altertumsvereins,

in den letzten Wochen haben wir wie angekündigt bei gutem Wetter unsere historischen Stadtrundgänge wieder aufgenommen. Sie waren alle innerhalb weniger Stunden ausgebucht. Ein ganz herzlicher Dank geht an Frau Dr. Spille, die nicht nur alles mit größter Sorgfalt organisiert, sondern auch noch einen eigenen Rundgang (Wormser Brunnen) geleitet hat. Auch bei den Leitern der übrigen Rundgänge, Herrn Prof. Dr. Werner (Mainzer Straße), Frau Lunemann und Herrn De Filippo (Stadtmauer am Willy-Brandt-Ring) möchten wir uns ganz herzlich für ihr Engagement bedanken.

In den nächsten Wochen und Monaten sind einige Ereignisse geplant, über die wir Sie gerne informieren möchten:

Wiedereröffnung des Museums im Andreasstift am 30. April 2022

Ab Samstag, den 30. April 2022, ist die Dauerausstellung im Museum im Andreasstift wieder geöffnet. Der Altertumsverein hat lange Zeit darauf hingearbeitet und freut sich sehr, dass das von ihm der Stadt Worms übereignete Museum nach drei Jahren endlich – wenigstens teilweise – wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Stadt und Altertumsverein werden dieses Ereignis am Eröffnungswochenende gebührend feiern. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, können alle Interessierten das Museum am Samstag/Sonntag, 30.04./01.05 in der Zeit von 11 Uhr bis 17 Uhr bei freiem Eintritt besuchen.
Zu sehen ist der neu gestaltete Kreuzgang, der jetzt das Stadtmodell beherbergt. Das Stadtmodell präsentiert das Erscheinungsbild der Stadt an der Wende zur Neuzeit vor der großen Zerstörung von 1689 und bietet für alle, die unsere Stadt besuchen, eine wichtige Orientierungshilfe.
Im Kreuzgang finden die Besucherinnen und Besucher künftig auch Informationen zu den Themen der Dauerausstellung des Andreasstifts und zur Geschichte des Museums. Im ersten Obergeschoss ist die prähistorische und die römische Abteilung wieder geöffnet.

Aus Anlass der Wiedereröffnung lädt der Altertumsverein zu thematischen Führungen ein:

Samstag, 30.04.2022:

11:30 Uhr bis 12 Uhr: Mittelalterliche Grabsteine im Kreuzgang (Herr Schalk)
12:30 Uhr bis 13 Uhr: Stadtmodell (Frau Storf-Felden)
14 Uhr bis 14:30 Uhr: Abteilung Vor- und Frühgeschichte (Frau Dr. Spille)
15 Uhr bis 16 Uhr: Römische Grabsteine im Kreuzgang und Römische Abteilung (Herr Dr. Mattes)

Sonntag, 01.05.2022:

11 Uhr bis 12 Uhr: Römische Grabsteine im Kreuzgang und Römische Abteilung (Herr Dr. Mattes)
12:30 Uhr bis 13 Uhr: Abteilung Vor- und Frühgeschichte (Frau Dr. Spille)
13:30 Uhr bis 14 Uhr: Mittelalterliche Grabsteine im Kreuzgang (Herr Schalk)
15 Uhr bis 15:30 Uhr: Stadtmodell (Frau Storf-Felden)

Frau Dr. Spille, Frau Storf-Felden, Herrn Dr. Mattes und Herrn Schalk danke ich ganz herzlich für ihr Engagement.

Da die Teilnehmerzahl bei diesen Führungen begrenzt ist, bitten wir dringend, sich rechtzeitig im Online-Ticketshop des Museums, telefonisch unter 06241/853-4101, -4102 oder per Mail an tickets-andreasstift@worms.de anzumelden.

Alle Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich kurzfristig auf der Homepage über die dann geltenden Coronaregeln zu informieren.

Mitgliederversammlung des Altertumsvereins am 6. Mai 2022

Alle Mitglieder des Altertumsvereins sind für Freitag, den 6. Mai 2022, um 19 Uhr zur jährlichen Mitgliederversammlung eingeladen, die wieder in der Aula des Rudi-Stephan-Gymnasiums, Von-Steuben-Straße 31, stattfinden wird. Unserem Mitglied, Herrn OStD Dr. Wallenborn, gilt ein ganz herzlicher Dank für seine Gastfreundschaft.

Tagesordnung:

1. Bericht des Vorsitzenden über die Vereinstätigkeit im vergangenen Jahr, 2. Bericht des Schatzmeisters, 3. Bericht der Rechnungsprüfer, 4. Entlastung des Schatzmeisters, 5. Neuwahl von zwei Rechnungsprüfern, 6. Entlastung des Gesamtvorstandes, 7. Ehrung von Mitgliedern, 8. Anträge von Mitgliedern

Anträge an die Mitgliederversammlung sind schriftlich bis zum Freitag, den 29. April 2022, an info@altertumsverein-worms.de zu richten.

Das Exkursionsprogramm

Samstag, 21. Mai 2022 – Kloster Eberbach und Niederwalddenkmal

Die Zisterzienserabtei Eberbach im Rheingau ist eines der herausragenden Zeugnisse der monastischen Kultur des Mittelalters. Aufgrund seiner Lage, der wirtschaftlichen Kraft (u.a. im Weinbau) und des reichen baulichen Erbes aus Jahrhunderten zählt das Kloster zu den bedeutendsten europäischen Abteianlagen.

Das 1883 eingeweihte Niederwalddenkmal oberhalb Rüdesheim/Rhein zählt zu den größten der im Gefolge der Reichsgründung von 1871 im Deutschen Reich vielfach errichteten monumentalen Nationaldenkmälern – mit spektakulärem Blick über den Rhein und in landschaftlich exponiert schöner Lage.

Leitung: Dr. Gerold Bönnen
Abfahrt 9.30 Uhr Stadion, 9.35 Uhr Hagenstraße
Rückkehr nach Worms bis 19 Uhr
Preis: 45 € (Busreise, Eintritte, Führungen)

Samstag, 11. Juni 2022 – Neuzeitliche Industrie und alte Römer

Die Fahrt ins Saarland bietet ein Kontrastprogramm. Die Völklinger Hütte ist ein herausragendes Zeugnis der Eisenindustrie, hier der Roheisenerzeugung, die den wirtschaftlichen Schwerpunkt der Region darstellte. Sie wurde als erstes Industriedenkmal dieser Epoche in die UNESCO – Welterbeliste aufgenommen, weil sie weltweit das einzige, vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung ist. Bei Homburg liegt Schwarzenacker, das in römischer Zeit überregionale Bedeutung als Handels- und Verwaltungszentrum wie auch als Etappenstadt hatte. Zu Ende des 3. Jh. wurde es von den Alamannen zerstört, doch es wurde soweit wiederhergestellt, dass man im Freilichtmuseum das römische Leben nachvollziehen kann.

Leitung: Dr. Irene Spille
Abfahrt 7.30 Uhr Stadionparkplatz, 7.35 Uhr Hagenstraße
Rückkehr ca. 19 Uhr
Preis:  59.- € (Busfahrt, Eintrittsgelder und Führungen)

Samstag, 2. Juli 2022 – Landesausstellung in Trier: Der Untergang des römischen Reiches

In der neuen großen Landesausstellung in Trier steht die Spätzeit des römischen Reiches, also das 4. und 5. Jahrhundert, im Blickpunkt. Wir besuchen zwei Museen, das Landesmuseum und das Diözesanmuseum und erfahren viel über die glanzvollste Zeit Triers ab Kaiser Konstantin, über Ursachen des Niedergangs ab dem 4. Jh. und über das frühe Christentum.

Nach der Mittagspause stehen drei Möglichkeiten zur Wahl. Wer möchte, kann in Eigenregie im Museum Simeonstift eine Ausstellung über den Untergang des römischen Reiches in der Darstellung der Bildenden Kunst besuchen oder um 15.00 Uhr an einem von Herrn Mattes geführten Innenstadtrundgang teilnehmen oder sich auf eigene Faust das vielfältige Trier erschließen. Um 17.00 Uhr ist Abfahrt nach Worms ab Porta Nigra.

Leitung: Dr. Josef Mattes
Abfahrt ab Stadion 7.15 Uhr, ab Hagenstraße 7.20 Uhr
Rückkehr in Worms ca. 19.00 Uhr
Preis: 50 € (Busfahrt, Eintritt in das Landesmuseum Trier und Diözesanmuseum, Führungen in beiden Museen)

Freitag, 2. September – Montag, 5. September 2022 – Mehrtagesfahrt nach Brabant und Flandern: Löwen, Gent und Brügge

Auf der Anreise besuchen wir in Brabant die Stadt Leuven/Löwen, die berühmt ist wegen ihrer Katholischen Universität, an der Erasmus von Rotterdam lehrte. Das spätgotische Rathaus ist einer der schönsten Profanbauten Europas.

Gent, in dessen Stadtzentrum unser Hotel liegt, gelangte im 14. Jahrhundert wie ganz Flandern an das Herzogtum Burgund. Gent und Brügge entwickelten sich zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert zu den reichsten Handelsstädten der damaligen Welt, vor allem aufgrund des Wollhandels mit England und der Tuchfabrikation.

Die wohlhabenden Bürgerschaften beider Städte gaben Kunstwerke bei den renommiertesten Künstlern wie den Brüdern van Eyck oder Hans Memling in Auftrag. Das Stadtmuseum in Gent erreichen wir per Schiff und besuchen auch den „Genter Altar“. In Brügge besichtigen wir den Stadtpalast der Kaufmannsfamilie van Gruuthuse und den Beginenhof, der von dem malerischen „Minnewater“ umflossen wird. In der Liebfrauenkirche befinden sich die von flämischen Künstlern geschaffenen Grabmäler Karls des Kühnen und Marias von Burgund, seiner Tochter und Ehefrau Kaiser Maximilians.    

Leitung: Jutta Kling
Abfahrt: Freitag, 2. September 2022, 7.00 Uhr ab Stadion, 7.05 ab Hagenstraße
Rückkehr: Montag, 5. September 2022, abends
Preis: 480,- € im DZ, 540,- € im EZ (Busfahrt, Übernachtung, Halbpension, Eintritte, Führungen)

Bei allen Bus-Exkursionen bitten wir nach der Teilnahmebestätigung um Überweisung der Teilnahmegebühr rechtzeitig vor Antritt der Fahrt auf eines unserer Konten

Rheinhessen Sparkasse IBAN DE77 5535 0010 0000 0162 05 oder
Volksbank Alzey-Worms IBAN DE71 5509 1200 0001 9149 01.

Anmeldungen erbitten wir für alle Bus-Exkursionen ab Montag, 9. Mai 2022 per Mail (info@altertumsverein-worms.de) oder telefonisch bei Frau Dr. Spille (06241/46950)

Zusätzlich zu diesen Exkursionen laden wir noch zu zwei Fahrrad-Exkursionen unter der Leitung von Herrn Dr. Bönnen und Herrn Dr. Nagel ein:

Sa 16.07. Eisbachtal (Treffpunkt 11 Uhr Stadion), Fahrt über Heppenheim und Offstein nach Colgenstein, Mühlheim und Albsheim, Einkehr in Bockenheim/Weinstr., Rückfahrt über Hohen-Sülzen und Pfeddersheim (ca. 40 km, überwiegend auf flachen Radwegen – Rückfahrt per Bahn ab Bockenheim möglich, Kosten 15 Euro, bei Antritt in bar zu zahlen)

Sa 03.09. Altrhein (Treffpunkt Rheindürkheim/Rheinufer 11 Uhr), Fahrt über Ibersheim und Hamm nach Gimbsheim (Führung), weiter über Alsheim mit Einkehr (von dort Bahnfahrt zurück möglich), zurück über Mettenheim, Osthofen (ca. 45 km, überwiegend auf flachen Radwegen Kosten 15 Euro, bei Antritt in bar zu zahlen)

Nähere Informationen auch zu den Anmeldemöglichkeiten folgen rechtzeitig vor Fahrtbeginn

Bitte beachten Sie bei allen Veranstaltungen des Vereins die zum Veranstaltungstermin gültigen Corona-Vorschriften. Wir gehen davon aus, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die entsprechenden Impfungen verfügen.

Wie immer erfolgt die Teilnahme an unseren Exkursionen versicherungsrechtlich auf eigene Gefahr.
Zur Vermeidung von Stornokosten muss bei der Mehrtagesfahrt ein eventueller Reiserücktritt sechs Wochen vor Fahrtbeginn erfolgen.

Weitere Hinweise

Anfang 2022 ist erschienen der Sammelband Kontinuität – Zerstörung – Authentizität? Die Wiedergewinnung des Synagogenbezirks in Worms 1945–1961, hg. v. d. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz u. d. Stadtarchiv Worms aus Anlass des 60. Jahrestags der Wiedereinweihung der Wormser Synagoge, Schriftleitung: Gerold Bönnen, Nadine Hoffmann, Worms 2022 (Wernersche Verlagsgesellschaft Worms – ISBN 978-3-88462-409-8), 226 S., 29 €.

Näheres dazu findet sich weiter unten auf dieser Seite.

Am 26. August 2022 ist tagsüber im Raschi-Haus/Stadtarchiv eine Präsentation der Urkunde Kaiser Friedrichs I. Barbarossa für die Wormser Bürger (mit Goldbulle) vom Januar 1184 geplant; um 19 Uhr hält Archivleiter Dr. Gerold Bönnen dazu im Tagungszentrum in Kooperation mit dem Altertumsverein einen Vortrag bei freiem Eintritt über ‘Friedrich I. Barbarossa und Worms – eine ‚kaiserliche Stadt‘? Anlass ist der Ende 2022 bevorstehende 900. Geburtstag des gerade für Worms so überaus wichtigen Herrschers und die Ausleihe des Originals für eine große Barbarossa-Ausstellung im Landesmuseum Münster ab Oktober 2022.

Vom 14. bis 16. September 2022 veranstaltet das Stadtarchiv in Kooperation mit dem Wormser Altertumsverein im Tagungszentrum (Wormser) die Wissenschaftliche Tagung „Das Wormser Konkordat von 1122 im europäischen Kontext“. Näheres dazu findet sich weiter unten auf dieser Seite.

In der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen bei unseren Veranstaltungen grüße ich Sie alle ganz herzlich.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Burkard Keilmann

Tagung zum Wormser Konkordat – Informationen zu Programm und Anmeldung

Das Wormser Konkordat von 1122 im europäischen Kontext (14.–16. September 2022)

Am 23. September 2022 jährt sich mit dem sogenannten »Wormser Konkordat« ein Ereignis europäischen Ranges zum 900. Mal.

Die Stadt Worms würdigt in Kooperation mit dem Altertumsverein die dramatischen Ereignisse des frühen 12. Jahrhunderts und erinnert auch an das Geschehen in der mittelalterlichen Bischofsstadt. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beleuchten anlässlich einer wissenschaftlichen Tagung zentrale Aspekte des »Investiturstreits« und seiner Lösung in europäischer Perspektive.

Die Konferenz findet im Tagungszentrum Worms („Das Wormser“) Rathenaustraße 11, 67547 Worms statt. Der Eintritt ist frei. Eine verbindliche Anmeldung bis zum 24. August 2022 unter stadtarchiv@worms.de wird erbeten.

Das vollständige Programm der Tagung

Mittwoch, 14. September

15:00: Dr. Gerold Bönnen, Worms / Prof. Dr. Claudia Zey, Zürich – Begrüßung und Einführung

15:15-16:00: Prof. Dr. Ludger Körntgen, Mainz – Von Rom nach Worms. Kontexte und Problemstellungen der früh- und hochmittelalterlichen Papst-Kaiser-Pacta

16:30-17:15: Prof. Dr. Philippe Depreux, Hamburg – Die Amtseinsetzung der Bischöfe in Frankreich im 11.–12. Jahrhundert und die Frage nach der Bedeutung von Ritualen

17:15-18:00: Dr. Stephan Bruhn, London – Konflikt ohne Kontroverse? Beobachtungen zur Debattenkultur im englischen Investiturstreit

Donnerstag, 15. September

9:30-10:15: Prof. Dr. Gerhard Lubich, Bochum – Zu wenig, zu spät? Das Wormser Konkordat und die Königsherrschaft Heinrichs V.

10:15-11:00: Prof. Dr. Jürgen Dendorfer, Freiburg i. Br. – Am Ende aller Konflikte? Die Großen und der Weg zum Wormser Konkordat

12:15-13:00: Prof. Dr. Jochen Johrendt, Wuppertal – Der Papst als geistlicher und weltlicher Herrscher nach dem Wormser Konkordat

15:00-16:30: Aquilante De Filippo M. A., Worms – Führung im romanischen Domneubau (12. Jahrhundert)

17:00-17:45: Prof. Dr. Caspar Ehlers, Frankfurt a. M. – Die SchUM-Städte. Speyer, Worms und Mainz im Spannungsfeld von Kirche und Welt

17:45-18:30: Dr. Gerold Bönnen, Worms – Worms als ein Zentralort des Reiches

19:00: Öffentlicher Abendvortrag: Prof. Dr. Matthias Untermann, Heidelberg – Neueste Befunde zur Erbauung des Wormser Doms

Freitag, 16. September

9:30-10:15: Prof. Dr. Christof Rolker, Bamberg – Die Investitur im Kirchenrecht vor und nach dem Wormser Konkordat

10:15-11:00: Prof. Dr. Knut Görich, München – Die Wirkung des Wormser Konkordats in der Stauferzeit (12. Jahrhundert)

11:30-12:30: Schlussrunde mit allen Referentinnen und Referenten

Neuer Sammelband über Synagogenbezirk Worms erschienen

Mit der Aufnahme der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz in die Welterbeliste hat die UNESCO im Juli 2021 die Authentizität des Synagogenbezirks in Worms durch die Wiedergewinnung als erfüllt anerkannt.

Vor diesem Hintergrund und anlässlich des 60. Jahrestages der Wiederweihe der Synagoge im Dezember 1961 präsentiert ein vom Land Rheinland-Pfalz (Generaldirektion Kulturelles Erbe, Mainz) und der Stadt Worms (Institut für Stadtgeschichte/Raschi-Haus) gemeinsam herausgegebener, in der renommierten Wernerschen Verlagsgesellschaft (Worms) erschienener Sammelband zunächst Beiträge zu grundsätzlichen Problemen von Authentizität, Rekonstruktion und Wiedergewinnung von kulturellem und materiellem Erbe.

Im zweiten Teil werden dann Fragen der Wiedergewinnung des in der NS-Zeit zerstörten Wormser Synagogenkomplexes nach 1945 samt neuen Forschungsergebnissen aus verschiedenen Disziplinen vorgestellt, die im Zuge der Erarbeitung der Antragsunterlagen für die Welterbe-Nominierung entstanden sind.

Kontinuität – Zerstörung – Authentizität ? Die Wiedergewinnung des Synagogenbezirks in Worms 1945–1961, hg. v. d. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz u. d. Stadtarchiv Worms aus Anlass des 60. Jahrestags der Wiedereinweihung der Wormser Synagoge, Schriftleitung: Gerold Bönnen, Nadine Hoffmann, Worms 2022 (Wernersche Verlagsgesellschaft Worms – ISBN 978-3-88462-409-8), 226 S., 29 €.

Geführter Rundgang zur Geschichte Rheindürkheims am 9. April

Die Ortsgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft Rheindürkheim (OAG) lädt am Samstag, den 9. April zu einem geführten Rundgang durch die Geschichte Rheindürkheims ein. Jutta Bingenheimer, zertifizierte Gästeführerin der Stadt Worms und Kultur- und Weinbotschafterin, beginnt die Führung um 15.00 Uhr in der Donaustraße an der Jungsteinzeittafel. Treffpunkt ist gegenüber dem Corona Test-Zelt.

Der Rundgang geht entlang der Donaustraße zur Kirchstraße, wo einstmals der Kirchhof mit der zweiten Kirche stand und geht weiter zur heutigen barocken Simultankirche. Da die Rheindürkheimer schon früh zum „neuen Glauben“ übergetreten sind, gibt es dazu spannendes zu berichten.

Das barocke Rathaus mit seinem Mansarddach wird ebenso erklärt wie das Germania Denkmal, eine Besonderheit eines Kriegerdenkmals und ein kleiner Schatz Rheindürkheims. Den Abschluss der Führung bildet der Rhein: Die ehemalige Fähre und auch die verheerenden Hochwasser runden die Führung ab.

Anmeldungen werden erbeten an: Jutta Bingenheimer 06242/2638 oder an jutta@bingju.de. Nichtmitglieder zahlen für die Führung 6,- €, OAG-Mitglieder sind frei.

Mitglied Norbert Rau bei Fotowettbewerb des Landes RLP ausgezeichnet

Christine Rau bei der Reinigung eines Grabsteins auf dem Jüdischen Friedhof in Worms, Quelle: Norbert Rau (2012)

Die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz hat ihre Fotoausstellung mit rheinland-pfälzischen Motiven im Treppenhaus der Landesregierung um Motive aus den Jahren 2008 bis 2021 erweitert und zu diesem Zweck einen Fotowettbewerb ausgeschrieben.

Einer der Gewinner ist unser Mitglied Norbert Rau, bestens als sehr guter Fotograf – auch für diese Homepage – bekannt. Er nahm seine Frau Christine, ebenfalls Mitglied des Altertumsvereins, als Motiv, wie die beiden Bilder zeigen.

Ab 2012 organisierte der Verein auf Anregung von Prof. Brocke jährlich unter Anleitung der Unteren Denkmalpflege und mit Genehmigung der Jüdischen Gemeinde jährliche Reinigungen von Grabsteinen des mittelalterlichen Teils des alten Jüdischen Friedhofs Worms.

Das Foto oben rechts zeigt Christine Rau bei der filigranen Arbeit mit warmem Wasser und Bürste, das Bild unten Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit dem Ehepaar Rau und dem Foto anlässlich der Eröffnung vor wenigen Tagen in Mainz.

Das Ehepaar Rau mit Ministerpräsidentin Dreyer in Mainz. Quelle: Staatskanzlei RLP/Dinges

Terminhinweise zu Stadtspaziergängen und der Mitgliederversammlung

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde des Wormser Altertumsvereins,

Wie im Dezember letzten Jahres in unserem Mitgliederbrief angekündigt, wollen wir im Frühjahr unsere historischen Stadtrundgänge wieder aufnehmen.

Zu folgenden Rundgängen möchten wir Sie ganz herzlich einladen:

„Wormser Brunnen“: Mi., 16.03.22, 16:00 Uhr, und Sa., 26.03.22, 10:30 Uhr (Leitung: Frau Dr. Spille), Treffpunkt: Siegfriedbrunnen, vor dem Haus „Zur Münze“

„Mainzer Straße“: Mi., 23.03.22, 16:00 Uhr, und Sa., 02.04.22, 10:30 Uhr (Leitung: Prof. Dr. Werner), Treffpunkt: Glaserei Wollentin, Gaustraße 9.

„Stadtmauer am Willy-Brandt-Ring“: Mi., 30.03.22, 16:00 Uhr, (Leitung: Frau Lunemann), Treffpunkt: Weckerlingplatz.

Wichtige Hinweise:

Der Stadtmauer-Rundgang findet in einem Baustellenbereich statt!
Sicheres Schuhwerk und eine gewisse Trittsicherheit müssen vorausgesetzt werden.
Die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr. Bei Unfällen oder Schäden haftet die Stadt Worms nicht.
Bei schlechtem Wetter oder Regen muss die Begehung kurzfristig abgesagt werden.

Die Durchführung aller Rundgänge ist abhängig von den jeweils geltenden Corona-Regeln.

Für alle Rundgänge ist eine Anmeldung erforderlich. Diese kann ab Di., 01.03.22, als Mail (info@altertumsverein-worms.de) oder telefonisch bei Frau Dr. Spille (06241/46950) erfolgen.

Wir freuen uns sehr, dass ab Samstag, 30.04.2022, das Museum im Andreasstift wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Am Eröffnungswochenende planen Mitglieder des Vereinsvorstandes Führungen zu einzelnen Abteilungen des Museums. Über Details wird die Stadtverwaltung demnächst informieren. Bitte beachten Sie dazu auch die Homepage des Altertumsvereins.

Schon jetzt möchten wir Sie darauf hinweisen, dass unsere jährliche Mitgliederversammlung am Freitag, den 6. Mai 2022, um 19 Uhr in der Aula des Rudi-Stephan-Gymnasiums, Von-Steuben-Straße 31, stattfinden wird. Unserem Mitglied, Herrn OStD Dr. Wallenborn, gilt ein ganz herzlicher Dank für seine Gastfreundschaft.

Alle Mitglieder sind ganz herzlich eingeladen.

Die Planungen für unser Exkursionsprogramm im Sommer laufen wie im letzten Rundbrief angekündigt weiter. Über die Anmeldetermine  werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Ihnen allen ganz herzliche Grüße

Ihr Burkard Keilmann

900 Jahre Wormser Konkordat

Am 23. September 2022 jährt sich mit dem „Wormser Konkordat“ ein Ereignis europäischen Ranges zum 900. Mal.

Planungen, Termine, Überlegungen

Die Stadt Worms und verschiedene Vereinigungen und Organisationen, darunter natürlich auch die Kirchen, werden 2022 die dramatischen Ereignisse des frühen 12. Jahrhunderts in ganz unterschiedlicher Weise würdigen und an das Geschehen in der mittelalterlichen Bischofsstadt erinnern.

Mit dem Abschluss des Vertrages durch den Austausch zweier Urkunden zwischen dem römisch-deutschen Herrscher Heinrich V. und den Legaten des Papstes in einem der Zentralorte des mittelalterlichen Reiches fand ein seit Jahrzehnten aufwühlender Konflikt eine Lösung – mit nachhaltigen Folgen für das Verhältnis von Königs- und Reichsherrschaft (also politischer Macht) zum einen und der Stellung der Kirche unter dem verstärkt betonten päpstlichen Primat andererseits. Der Konflikt ging im Grunde weit über die Frage nach dem Recht auf die Einsetzung der Bischöfe hinaus. Diese waren ja neben ihrer Rolle als Geistliche vor allem unverzichtbare Stützen und Berater der im hauptstadtlosen Reich regierenden Könige bzw. Kaiser – zentrale „Säulen der Macht“.

Thronsiegel Kaiser Heinrichs V. an einer Urkunde für die Bürger von Worms 1112, Quelle: Stefan Blume

Seitens der Stadt sind in die Vorbereitungen das Institut für Stadtgeschichte / Stadtarchiv und das Museum der Stadt im Andreasstift einbezogen. Im Mittelpunkt der Planungen des Archivs, das die Termine zum Jahrestag sammelt, steht die Vorbereitung und Durchführung einer Wissenschaftlichen Tagung vom 14. bis 16. September 2022 mit dem Namen „Das Wormser Konkordat von 1122 im europäischen Kontext“. Diese wird von der Stadt Worms in Kooperation mit dem Wormser Altertumsverein organisiert. Der Veranstaltungsort ist das WORMSER Tagungszentrum. Renommierte Historikerinnen und Historiker haben bereits ihr Kommen zugesagt und werden die Zeit des sogenannten ‚Investiturstreits‘ fundiert beleuchten, ein anschließender Sammelband ist geplant.

Die Domgemeinde St. Peter plant u.a. einen Festgottesdienst mit dem päpstlichen Nuntius in Deutschland am 25. September; weitere Veranstaltungen, darunter eine Vortragsreihe der Ev. Erwachsenenbildung im Juni, werden die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.

Das Museum der Stadt Worms im Andreasstift zeigt anlässlich des Jubiläums eine Ausstellung mit dem Titel „Spiel um die Macht. Von Canossa nach Worms“. Vom 24. September bis 30. Dezember wird die Geschichte des Investiturstreits präsentiert – modern und spielerisch. Die Hintergründe, der Gang nach Canossa und die teils blutigen Auseinandersetzungen werden in Form einer Graphic Novel im Stil von „Banksy“ anschaulich vermittelt. Wer möchte, kann sich mit einem „Escape Spiel“ fürs eigene Handy durch die Ausstellung navigieren. Geschichte soll einmal anders erlebbar werden, passend auch für jüngere Zielgruppen und Familien. Klassische Exponate und ein museumspädagogisches Begleitprogramm runden das Angebot ab.

Der Wormsgau 37, 2021 ist erschienen

Auch im schwierigen und herausfordernden Jahr 2021 kann die Stadt Worms (Institut für Stadtgeschichte) gemeinsam mit dem Altertumsverein Worms e.V. einen neuen, reichhaltigen und thematisch vielfältigen Band der seit 1926 erscheinenden Zeitschrift „Der Wormsgau“ vorlegen.

Er kann von den Mitgliedern des Vereins ab dem 04.01.2022 im Raschi-Haus (Jüdisches Museum) zu dessen Öffnungszeiten abgeholt oder dort bzw. im Buchhandel erworben werden.

Auf knapp 180 Seiten bietet der durch das Stadtarchiv redaktionell betreute Jahresband, gestalterisch wie seit Jahren in den bewährten Händen der Wernerschen Verlagsgesellschaft Worms. Er enthält sieben zum Teil sehr ausführliche Aufsätze, dazu eine Buchbesprechung, den Vereinsbericht und einen Nachruf auf den im September verstorbenen Stadtarchivar und Ehrenvorsitzenden Dr. Fritz Reuter.

Im Detail enthält der neue Wormsgau reich bebilderte Aufsätze zu Themen der Kunst- und Architekturgeschichte. Dazu zählt eine Würdigung der Architektur in Mainzer Str./Liebfrauenring für die Zeit ca. 1870 bis 1914, ein Blick auf die erfolgreiche UNESCO-Welterbe-Nominierung und ein ausführlicher Rückblick auf die Arbeiten am Andreasstift seit 2009 bis zur Sanierung 2021.

Der Band enthält weiterhin einen Beitrag über einen bislang unbekannten Medaillen-Bestand aus dem stadtgeschichtlichen Museum, einen Beitrag zur schon in den 1920er Jahren globalisierten Modeindustrie anhand von Quellen zu den Wormser Lederwerken Heyl-Liebenau sowie eine neu erarbeitete Karte des Judenviertels zum Jahre 1760.

Der Dank der Herausgeber gilt Dr. Ferdinand Werner und allen Autorinnen und Autoren gleichermaßen!

Inhaltsverzeichnis Der Wormsgau 37, 2021

  • Elmar Worgull, Der Frankenthaler Lettner. Einblicke in die Baugeschichte eines singulären mittelalterlichen Baudenkmals unserer Region
  • Jürgen Hamm, Das Museum Andreasstift – Wiederaufbau der verlorenen Kreuzgangflügel und Modernisierung des Erdgeschosses. Planungen und Baugeschichten aus den Jahren zwischen 2009 und 2021
  • Stefan Andreas Moebus, Spottmedaillen – Propaganda gegen Papst und Kirche. Numismatischer Bestand im Museum Andreasstift
  • Gerold Bönnen/Heribert Feldhaus/Marzena Kessler, Eine neue Karte des Wormser Judenviertels zum Jahre 1760
  • Ferdinand Werner, Zwischen Fabrikschloten und Weingärten: Die Mainzer Strasse und der Liebfrauenring
  • Rosita Nenno, Ludwig Freiherr von Heyl sen. in einem globalisierten Markt zwischen Industrie und Mode zu Ende der 1920er Jahre
  • Nadine Hoffmann, UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz: Rückblick und Ausblick
  • Rezension, Bericht des Altertumsvereins Worms e.V. 2020/21, Nachruf Dr. Fritz Reuter