Aktuelle Mitteilungen

Grußwort von Dr. Burkard Keilmann, dem neuen Vorsitzenden des Altertumsvereins

Liebe Mitglieder des Wormser Altertumsvereins,

am 3. Juli 2020 hat mich der Vorstand zum neuen Vorsitzenden unseres Vereins gewählt. Darüber habe ich mich sehr gefreut, und ich möchte allen alten und neuen Vorstandsmitgliedern für das große Vertrauen, das sie in mich setzen, ganz herzlich danken.

Für diejenigen unter Ihnen, denen mein Name noch nicht so vertraut ist, darf ich mich kurz vorstellen: Ich heiße Burkard Keilmann, bin in Worms geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur am Altsprachlichen Gymnasium habe ich Geschichte und Latein studiert und war von 1980 bis 2019 an meiner alten Schule, die inzwischen Rudi-Stephan-Gymnasium heißt, als Lehrer, seit 2003 auch als Schulleiter tätig. Schon als Schüler und Student hat mich die Begeisterung für die Geschichte der Menschen meiner Heimatstadt gepackt, und der Altertumsverein gibt mir schon seit vielen Jahren die Möglichkeit, sie in verschiedenen Projekten zu erforschen.

Jetzt freue ich mich auf die Aufgaben, die auf mich zukommen. Mein Vorgänger, Herr Dr. Josef Mattes, hat in den 16 Jahren seiner Amtszeit Herausragendes geleistet: Unermüdlich hat er sich für das große jüdische Erbe unserer Stadt eingesetzt. Mit seinem nie nachlassenden Engagement für den jüdischen Friedhof, dessen Pflege und die Dokumentation seiner Gräber hat er wesentlich zur Bewerbung der SchUM-Städte um Anerkennung als Welterbe der UNESCO beigetragen.

Als Bauherr trug er für den Altertumsverein in den letzten Jahren die Verantwortung für die Wiederherstellung der beiden verlorenen Flügel des Kreuzgangs im Andreasstift, deren Vollendung in diesen Monaten zu erwarten ist. Ohne seinen Einsatz wäre die für das Gedenkjahr des Lutherreichstags 2021 geplante Landesausstellung im Wormser Museum nicht möglich.

Hierfür und für viele andere Arbeiten dankt der Altertumsverein Herrn Dr. Mattes ganz herzlich!

Aber auch in den nächsten Jahren kommen vielfältige Aufgaben auf uns zu:

Der Verein wird zusammen mit anderen wissenschaftlichen Institutionen beim Reichstagsjubiläum 2021 durch eine Tagung „Worms 1521. Reichstag – Reichsstadt – Konfession“ eigene Akzente setzen.

Wir werden darauf hinarbeiten, dass möglichst umgehend mit der Konzeption einer neuen Dauerausstellung des Museums begonnen wird, die die Chancen der Erweiterung der Ausstellungsfläche für die Präsentation der Stadtgeschichte nutzt und dabei auch bisher vernachlässigte Themenbereiche einbezieht.

Als anerkannte Denkmalpflegeorganisation werden wir uns auch weiterhin für den Denkmalschutz engagieren und uns bei der jetzt anstehenden Neugestaltung Andreasquartiers zu Wort melden.
Vor allem aber wollen wir uns darum bemühen, die faszinierende Geschichte und Kultur unserer Stadt möglichst vielen Bewohnerinnen und Bewohnern nahezubringen, denn wer sein Lebensumfeld kennt und schätzt, wird sich hier auch heimisch fühlen.

Dabei freue ich mich sehr auf Ihre Mithilfe und Unterstützung!

Ihr Burkard Keilmann

Mitgliederversammlung am 1. Juli 2020

Die Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Vorstands findet am Mittwoch, 1. Juli um 18.30 Uhr, in der Aula des Rudi-Stephan-Gymnasiums im BIZ, Von-Steuben-Straße 31, statt.

Wir beachten alle derzeit geltenden Regeln. Denken Sie an ihre Maske, die sie beim Betreten und Verlassen des Gebäudes benötigen, aber am Platz ablegen können. Die Teilnehmerzahl ist auf 75 begrenzt.

Die übrigen für das Sommersemester geplanten Veranstaltungen (Exkursion nach Bad Homburg, Radtour nach Kirchheimbolanden) können stattfinden. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Veranstaltungen.

Der Altertumsverein gratuliert Prof. Michael Brocke zum 80. Geburtstag

Prof. Michael Brocke, Foto: Daniel Schumann, Düsseldorf

9. Juni 2020: Der Judaist Prof. Michael Brocke, Leiter des Salomon Ludwig Steinheim-Institus für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität Duisburg/Essen und Mitglied im Altertumsverein Worms, vollendet am 9. Juni 2020 sein 80. Lebensjahr.

Der Verein gratuliert ihm von Herzen, hat der Jubilar doch in den vergangenen Jahrzehnten der Wormser Denkmalpflege und den SchUM-Städten Worms, Mainz und Speyer einen großen Dienst erwiesen. Keiner kennt den Alten Jüdischen Friedhof Worms besser als er, keiner hat alle mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Grabsteine je so profund übersetzt, kommentiert und in der Epdidat-Datenbank der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dafür gebührt ihm unser aller Respekt und Dank.

Die Krönung seiner Forschungsarbeit in Worms wird die demnächst zu erwartende Herausgabe eines Buches über den Friedhof sein. Wir wünschen Prof. Brocke noch viele Jahre Gesundheit und Wohlergehen.

Josef Mattes, 1. Vorsitzender des Altertumsvereins

Videoführung durch Neubauten im Andreasstift

8. Juni 2020: Aufgrund der zahlreichen Absagen in Folge der Corona-Pandemie hat sich der Altertumsverein entschlossen, in verstärktem Maß Veranstaltungen auch als Video aufzuzeichnen und in dieser Form seinen Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Als erstes Video präsentieren wir Ihnen einen fünfzehnminütigen Rundgang mit Architekt Jürgen Hamm durch die neugebauten Flügel des Andreasstifts Worms.

Weitere Veranstaltungsabsagen

9. Mai 2020: Zwei weitere Veranstaltungen können wegen der Coronakrise nicht stattfinden. Die für 13. Juni geplante Exkursion zum Trifels entfällt. Ebenfalls nicht stattfinden kann die für 4. Juli geplante Fahrt zum Besuch der Ausstellung Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze in Mannheim. Der Veranstalter hat die gesamte Ausstellung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Wir informieren Sie rechtzeitig über das weitere Vorgehen.

22. April 2020: Es gibt noch keinen neuen Termin für die Durchführung der Mitgliederversammlung mit der Neuwahl des Vorstands. Bis zur Neuwahl bleibt der alte Vorstand im Amt und gibt sein Bestes. Wir bitten um Ihr Verständnis und etwas Geduld. Sobald Neuigkeiten vorliegen, erhalten Sie Nachricht von uns.

Die im Mai geplanten Veranstaltungen müssen wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wichtiger Hinweis: Veranstaltungsabsage

15. März 2020: Der für 20. März geplante Vortrag im Rahmen des Winterprogramms Caroline Katzer, „Konfessionen zwischen Konflikt und Koexistenz: Katholiken, Lutheraner und Reformierte in Worms im 18. Jh.“ muss leider wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Gleichermaßen ausfallen muss die Mitgliederversammlung am 24. April und der im Anschluss geplante Vortrag von Dr. Bönnen.

Das Tagungszentrum wurde von der Stadt für Veranstaltungen mit Publikum geschlossen. Die Mitgliederversammlung und die Vorträge werden so bald wie möglich nachgeholt. Wir sind sicher, dass Sie dafür Verständnis haben.

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Der Altertumsverein Worms trauert um sein Ehrenmitglied Prof. Dr. Dr. Otto Böcher

3. März 2020: Mit Prof. Dr. Dr. Otto Böcher (12.3.1935-27.2.2020) verlieren die Stadt Worms und der Altertumsverein Worms einen engagierten und weit über die Region hinaus angesehenen Gelehrten.

Prof. Dr. Böcher, Quelle: Stadtarchiv Worms

Prof. Böcher trat bereits als 17-jähriger Schüler dem Altertumsverein bei und gehörte über Jahrzehnte dem Vorstand an. Er war fasziniert von der reichen Geschichte seiner Heimatstadt und blieb ihr sein ganzes Leben verbunden.

Besondere wissenschaftliche Verdienste erwarb Prof. Böcher sich um die Erforschung des jüdischen Lebens in Worms. Sein Name bleibt untrennbar mit seinen Forschungen zur Baugeschichte der Wormser Synagoge verbunden.

Zudem engagierte er sich nach dem 2. Weltkrieg für den Wiederaufbau der in der Reichspogromnacht 1938 zerstörten Synagoge und setzte sich für den Erhalt des vormaligen Gemeindehauses der jüdischen Gemeinde (heutiges Raschi-Haus) ein, das heute das Stadtarchiv und das Jüdische Museum beherbergt.

Prof. Böcher war ein hochgebildeter Mann, der in vielen Vorträgen seine Zuhörer durch sein breites Wissen und sein rhetorisches Talent für die Wormser Geschichte begeisterte. Wir werden seinen Einsatz für den Altertumsverein nicht vergessen.

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9. Dezember 2019: Am 5. Dezember stellten der Altertumsverein und das Stadtarchiv Worms im Rahmen einer Veranstaltung in der Stadtbibliothek Worms den 35. Band der wissenschaftlichen Zeitschrift „Der Wormsgau“ vor.

Alle Mitglieder können den Band ab sofort im Raschi-Haus/Stadtarchiv kostenlos abholen.

Der Vorsitzende Dr. Josef Mattes würdigte den Einsatz von Stadtarchivar Dr. Bönnen (gleichzeitig Geschäftsführer des Altertumsvereins), dessen Einsatz das regelmäßige Erscheinen des Wormsgaus ermöglicht sowie die unentgeltliche Arbeit der Autoren.

Dr. Bönnen stellte den Band im Einzelnen vor und sprach den Autoren sowie dem Verleger Dr. Werner (Wernersche Verlagsgesellschaft) seinen Dank für seinen unersetzlichen Einsatz für die Gestaltung des Bandes aus.

Dr. Werner selbst fasste in einem kurzen Vortrag die Ergebnisse seiner Forschung zur Baugeschichte des Herrnsheimer Schlosses zusammen, die er im neuen Band ausführlich dargestellt hat.

Buchvorstellung durch den Altertumsverein Worms, „Der Wormsgau“ (Band 35) in der Stadtbibliothek
vlnr: Dr. Josef Mattes, Prof. Dr. Gerold Bönnen und Dr. Ferdinand Werner, Foto: Rudolf Uhrig

Der Inhalt des Bandes im Überblick:

Wilfried E. Keil, Die Pfarrkirche Sankt Ulrich in Altenstadt im Elsass. Neue Datierungen durch Vergleiche der Steinbearbeitung und Rekonstruktion des ottonischen Baus

Marzena Kessler, Gemeindehaus, Lehrhaus, Tanzhaus, Hospital: Zur verborgenen Baugeschichte des Raschi-Hauses

Nadine Hoffmann, Von außergewöhnlich universellem Wert – Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz und Ihre Bewerbung zum UENSCO-Welterbe

Hans-Oskar Koch, Die Wormser Stadtorganisten im 17. Jahrhundert „vor dem Brand“ (1689): Bernhard Wernitzheuser und Johann Jungnickel

Ferdinand Werner, Schloss und Park in Herrnsheim

Gerold Bönnen, Das Wormser Rathausfresko von Hermann Prell (1883/84) – ein Stück verlorener Kunst- und Stadtgeschichte des Historismus

Josef Mattes, Tätigkeitsbericht Altertumsverein 2018/19

29. Oktober 2019: Die Arbeitsgemeinschaft „Wormser Lederindustrie“ im Altertumsverein informierte Ende Oktober 2019 durch ihren Sprecher Helmut Denschlag den Bundestagsabgeordneten Jan Metzler (CDU) und den Standortleiter der Firma Syntomer im früheren Verwaltungsgebäude der Firma Doerr & Reinhart über die Geschichte der Lederindustrie in Worms.

Helmut Denschlag (2. v. r.) führt Jan Metzler (Mitte) durch das ehemalige Verwaltungsgebäude von Doerr und Reinhart (Foto: Norbert Rau)

Mitgliederbrief Oktober 2019

wie im letzten Mitgliederbrief im September angekündigt, erhalten Sie heute eine etwas ausführlichere Darstellung der Situation im Städtischen Museum Andreasstift und der Position des Altertumsvereins zu den drängenden Fragen.

Liebe Mitglieder des Altertumsvereins,

Auf der einen Seite haben wir die erfreuliche Entwicklung des Erdgeschosses, nämlich der Neubau zweier Flügel des Kreuzgangs, die Umgestaltung des Weißen Saales zu einem klimatisierten Museumsraum, die Umgestaltung der ehemaligen Verwaltungsräume zu einem weiteren Ausstellungsraum, die Sanierung der Toiletten im Kellergeschoss, die Anlage eines weiteren Notausgangs zur Straße am Andreastor, sodass 2021 genug Raum für eine große Landesausstellung zum Lutherreichstag und seinen Folgen vorhanden ist.

Andererseits stellen die beiden Obergeschosse, in denen bisher das historische Museum der Stadt Worms untergebracht ist, ein großes Problem dar. Die alte Heizungsanlage, die zu Teilen noch aus der Sanierungsphase des Gebäudes von 1928-1930 stammt, ist undicht, sodass die Obergeschosse nicht mehr heizbar sind und die alten Leitungen für die darunter liegenden Geschosse eine Gefahr darstellen. Ähnliches gilt für die Stromversorgung. Auch die Anlagen für den Brandschutz entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Also ist eine Schließung der Obergeschosse unabdingbar.

Zum Schutz der Exponate und natürlich der Mitarbeiter wird aber eine provisorische Heizung mit neuen Leitungen bis Ende des Jahres 2020 eingebaut, die eine Erwärmung zwischen 18 und 20 Grad erbringt. Ebenso wird es neue Brandmelder, eine neue Einbruchmeldeanlage und provisorische, auf Putz gelegte Stromleitungen geben. Aus technischer Sicht wäre also ab Ende 2020 eine Wiederöffnung der Obergeschosse möglich. Daher spricht sich der Altertumsverein klar für eine solche Wiederöffnung aus, damit nicht die größten Schätze des Museums auf viele Jahre der Öffentlichkeit entzogen werden.

Versicherungsrechtliche Fragen für die Nutzung müssen natürlich geklärt werden, da jeder Raum einer besonderen Aufsicht bedarf, die die Stadt personell nicht erbringen kann, wie man uns versichert. Der Verein bietet sich an, übergangsweise Gruppenführungen nach Klärung der o.g. Fragen zu übernehmen, sodass eine Aufsicht immer gewährleistet ist.

Als Nächstes steht dann die Generalsanierung der Obergeschosse an. Sie wird auf 6 bis 8 Millionen Euro geschätzt und kann nur mit Zuschüssen des Landes und ggf. des Bundes gestemmt werden. Daher ist es erfreulich, dass der Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen hat, bereits 2020 Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz zu beantragen. Diese Mittel zur Sanierung des Museums sind Teil einer geplanten Entwicklung des gesamten Bereichs Hochstift/ Andreasstift/ Weckerlingplatz/ Andreasquartier zu einem touristischen Zentrum.

Mit einer Generalsanierung ist eine inhaltliche Neukonzeption untrennbar verbunden. Um die öffentliche Diskussion über die Zukunft des Museums voranzutreiben, fordert der Altertumsverein die Verantwortlichen auf, schnellstmöglich mit der Erarbeitung eines Konzepts zu beginnen, wie das Museum künftig seine historischen Schätze und die Stadtgeschichte in ihrer gesamten Breite präsentieren wird. In diese Diskussion wird der Altertumsverein seine Vorstellungen einbringen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Josef Mattes