Veranstaltungen

Winter-Programm 2021

Aufgrund der Coronakrise können die gewohnten Vorträge des Altertumsvereins nicht stattfinden. Stattdessen werden wir Ihnen Online-Vorträge anbieten. Der nächste Termin ist:

12. März 2021, 19 Uhr

Die Reichsgründung 1871: Glücksfall oder Verhängnis für Deutschland und Europa?

Dr. Daniel Nagel mit Dr. Gerold Bönnen und Dr. Burkard Keilmann

Online-Vortrag via Zoom: https://us02web.zoom.us/j/87106172570?pwd=UWllNUtvT3pSKzRkdlFYZ213TTJ5UT09

Zur Einwahl in den Vortrag per Telefon müssen Sie eine der folgenden Nummern wählen (0695 050 2596 / 069 7104 9922 / 030 5679 5800 / 069 3807 9883) und dann Meeting-ID (871 0617 2570) und Kenncode (56256) eingeben.

Vor 150 Jahren wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet. Ob es sich dabei um einen Glücksfall oder ein Verhängnis für Deutschland und Europa handelte, ist heute ebenso umstritten wie damals. Die Rolle des Reichskanzlers, Otto von Bismarck, der diese Einigung maßgeblich gestaltete, wird bis heute ebenso kontrovers diskutiert. Der Altertumsverein Worms möchte sich diesem epochalen Ereignis in einer besonderen Veranstaltung widmen.

Dr. Daniel Nagel, Dr. Gerold Bönnen und Dr. Burkard Keilmann werden in kurzen Beiträgen auf zentrale Aspekte des Einigungsprozesses, die historische Rolle von Otto von Bismarcks sowie die Auswirkungen auf Worms diskutieren und über Alternativen zur kleindeutschen Nationsbildung sprechen. Abschließend soll diskutiert werden, ob das Kaiserreich in politischer Hinsicht reformierbar war.

Bitte beachten Sie stets die Seite Aktuelle Mitteilungen für Hinweise zu Veranstaltungen und zahlreichen weiteren Informationen zu den Aktivitäten des Altertumsvereins.

Der Altertumsverein besucht Luneville im Rahmen einer Exkursion

Vergangene Veranstaltungen

19. Februar 2021, 19 Uhr

Bischofsstädte, frühes Bürgertum und jüdische Gemeinden als neue Säulen der Kaiserherrschaft am Rhein (ca. 1070-1200)

Dr. Gerold Bönnen

Um 1100 beginnt eine neue Epoche in der Geschichte des europäischen Städtewesens“ (Franz Irsigler). Eine Kernlandschaft der tiefgreifenden sozialen, ökonomischen und politischen Wandlungen und damit eine Verdichtungsregion für die Urbanisierung als Megatrend des hohen Mittelalters war zweifellos die Rheinachse mit ihren auf die Antike zurückgehenden Bischofsstädten. Sie waren DIE Wirtschafts-, Kommunikations-, Kultur- und Innovationsdrehscheiben schlechthin und schickten sich seit den 1070er Jahren an, zu einer neuen, dauerhaften Größe im Gefüge der Herrschaft heranzuwachsen.

Mit den in ihren Mauern sich abspielenden vielschichtigen, so nur im europäischen Kulturraum zu beobachtenden Entwicklungen hin zu selbstverwalteten urbanen Zentren mit erheblicher Attraktivität und ökonomisch-politischer Kraft, mit neuen Formen der Organisation, gesellschaftlichen Bewegungen und innovativen Institutionen, insgesamt mit nicht weniger als der Erfindung der abendländischen Stadt und ihrer Rolle im Herrschaftsgefüge, setzt sich der Vortrag auseinander. Eine zentrale Frage ist dabei die nach der Rolle der Städte als maßgebliche Stützen der königlich-kaiserlichen Herrschaft seit der Salierzeit.

Mit Blick gerade auch auf die als Faktor der Urbanisierung höchst wichtigen jüdischen Gemeinden vor allem in Mainz, Speyer und Worms wird gefragt, wie diese städtischen Innovationen des hohen Mittelalters aussahen und welchen Anteil an den Wandlungen und Innovationen im Städtewesen die Kaiser und König am Rhein hatten.