Veranstaltungen

Winterprogramm 2019/2020

Freitag, 15. November 2019

Warum Protest auch weiter konkreter Orte bedarf: Zu Geschichte und Gegenwart der Straßendemonstration

Prof. Dr. Philipp Gassert, Mannheim

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

Es geht um ein zentrales Paradox der neueren Protestgeschichte: Auch in der digitalen Gegenwart ist Straßenprotest kein Ding der Vergangenheit. Die jüngsten Protestbewegungen belegen, dass auch im 21. Jahrhundert öffentliche, meist symbolisch aufgeladene Orte wie Straßen und Plätze von Protestbewegungen „bespielt“ und symbolisch besetzt werden, um gesellschaftliche Unzufriedenheit wirksam zu kommunizieren. Der Vortrag fragt an historischen und aktuellen Beispielen (u.a. March on Washington 1963; Pariser Mai ’68; Blockade von NATO-Raketendepots; Proteste gegen WTO; Occupy; Pegida; Fridays for Future) warum die gezielte physische „Eroberung“ von überwiegend urbanen Räumen durch Demonstranten auch in der Demokratie eine essentielle Qualität von Protest  ist – heute nicht weniger als im Zeitalter von Flugschrift, Plakat, Handzettel, Massenpresse oder Funk und Fernsehen.

Wichtiger Hinweis: Die Vorstellung des neuen Wormsgaus, Band 35 ist verschoben. Sie findet jetzt am 5. Dezember, 19:30 Uhr in der Stadtbibliothek Worms statt. Siehe dazu den folgenden Eintrag!

NEU! Donnerstag, 5. Dezember 2019

Präsentation Wormsgau 2019 (Band 35)

Dr. Gerold Bönnen & Dr. Ferdinand Werner, Worms

Stadtbibliothek Worms, Erdgeschoss

Beginn: 19:30 Uhr

Da sich die Auslieferung des Wormsgau 2019 (Band 35) aus technischen Gründen verzögert, findet die öffentliche Präsentation des Bandes im Rahmen einer neu anberaumten Veranstaltung am 5. Dezember in der Stadtbibliothek Worms statt.

In Anwesenheit von Bürgermeister Kosubek wird Dr. Gerold Bönnen für die Herausgeber, das Stadtarchiv und den Altertumsverein, den Band vorstellen. Dr. Werner wird zudem einige neue Erkenntnisse zur Baugeschichte des Herrnsheimer Schlosses aus seinem Aufsatz im Wormsgau vorstellen. Im Anschluss findet ein Umtrunk statt.

Die Vereinsmitglieder können ihren Wormsgau-Band als Jahresgabe an diesem Abend mitnehmen. Der Altertumsverein dankt dem Stadtarchiv, der Stadtbibliothek und den Referenten für die kurzfristige Organisation dieser Veranstaltung.

Der Altertumsverein besucht Luneville im Rahmen einer Exkursion

Freitag, 17. Januar 2020

 „Ja, ich bin ein Demokrat – im guten Sinne des Wortes!“ – Ein Landtagswahlkampf des jüdischen Abgeordneten Markus Edinger gegen die Wormser Nationalliberalen im frühen Bismarckreich (1872)

Dr. Burkard Keilmann, Worms

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

In einem blutigen Krieg hatten Bismarck und die deutschen Fürsten 1871 ein protestantisch-preußisches Kaiserreich geschaffen. Aufgabe des hessischen Landtags war es jetzt, die Position des Großherzogtums in einem neuen deutschen Nationalstaat auszugestalten, der große Bevölkerungskreise – von den romtreuen Katholiken bis zu Demokraten und Sozialisten – als Feinde des Reiches ausgrenzte. Markus Edinger, der langjährige Wormser Abgeordnete in der Zweiten Kammer der Hessischen Landstände, stieß bei der ersten Landtagswahl im neuen Kaiserreich in der wirtschaftlich potenten und politisch gut vernetzten nationalliberalen Elite der Stadt auf erbitterte Gegner. Um sein politisches Überleben zu sichern, sah er sich zu ungewöhnlichen Koalitionen gezwungen.

Freitag, 14. Februar 2020

Fromme Frauen, Krankenpflegerinnen, Handwerkerinnen? Beginen in Worms im Mittelalter und im 16. Jahrhundert

Dr. Christine Klapp, Kaiserslautern

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

Beginen waren fromme Frauen, die ihr Leben an religiösen Vorschriften orientierten und ein geistliches Gewand trugen, aber anders als Nonnen keine lebenslangen Gelübde ablegten und in der Welt wirkten. Seit dem 13. Jahrhundert lassen sich auch in Worms zahlreiche Beginen nachweisen, die einzeln oder in Gemeinschaft lebten und gleichsam religiöse Dienstleistungen für die Stadtgesellschaft anboten. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung des Wormser Beginenwesens, fragt nach den Tätigkeitsfeldern und dem Alltag der Frauen und nimmt die bislang kaum bekannte Geschichte der Gemeinschaften im 16. Jahrhundert in den Blick.

Der Altertumsverein besucht eine romanische Kirche in Ottmersheim (Elsass) im Jahr 2019
Quelle: Rolf Ochßner

Freitag, 20. März 2020

Konfessionen zwischen Konflikt und Koexistenz: Katholiken, Lutheraner und Reformierte in Worms im 18. Jahrhundert

Carolin Katzer, Mainz

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

In Worms lebten im 18. Jahrhundert Katholiken, Lutheraner und Reformierte anscheinend friedlich nebeneinander. Jedoch war das Alltagsleben zwischen den verschiedenen Konfessionen weitaus vielfältiger als bisher angenommen. Denn konfessionelle, teilweise gewalttätige Konflikte um katholische Prozessionen prägten ebenso das Wormser Leben wie ein friedliches Zusammenleben in gemischtkonfessionellen Ehen. Dieses spannungsreiche Verhältnis des mehrkonfessionellen Zusammenlebens wird in dem Vortrag in den Blick genommen.

Freitag, 24. April 2020

August Füller – ein Wormser Fotograf und sein Nachlass im Stadtarchiv

Dr. Gerold Bönnen, Worms

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

19.00 Uhr: Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Vorstands

20.00 Uhr: Vortrag

Der mit mehr als 10.000 Negativen umfangreichste Fotografennachlass in den Beständen des Stadtarchivs stammt aus dem Wirken des Fotografen August Füller (1870-1942) zwischen bald nach 1900 und den 1930er Jahren. Aus Anlass der archivischen Erschließung und Digitalisierung des überaus wichtigen Bestandes gibt der Vortrag einen biographischen Überblick, würdigt die enorme Bedeutung der Bildbestände und gibt Hinweise auf Möglichkeiten für seine künftige Auswertung.