Veranstaltungen

Winterprogramm 2019/2020

Freitag, 11. Oktober 2019

Nationalliberaler und Weltbürger. Baron Ludwig von Heyl sen. in einem globalisierten Markt zwischen Industrie und Mode zu Ende der 1920er Jahre

Dr. Rosita Nenno, Frankfurt/M.

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

Im Dezember 1922 wird nach Teilung der Cornelius Heyl AG  die Firma „Lederwerke Liebenau – Gesellschaft mbH“ ins Handelsregister Worms eingetragen. Unter alleiniger Leitung des Geschäftsführers Ludwig C. von Heyl entwickelt sich das Unternehmen zu einer global agierenden und weltweit für seine hochwertigen Chevreauxleder für die Schuhproduktion bekannten Institution. Von Heyls für die Wormser Arbeiterschaft kennzeichnendes Verantwortungsbewusstsein wird auch im Umgang mit internationalen Handelspartnern sichtbar: Als „global player“ baut er ein Netzwerk auf, das den Lederwerken ein Überleben auch in der Weltwirtschaftskrise sichert.

Freitag, 15. November 2019

Warum Protest auch weiter konkreter Orte bedarf: Zu Geschichte und Gegenwart der Straßendemonstration

Prof. Dr. Philipp Gassert, Mannheim

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

Es geht um ein zentrales Paradox der neueren Protestgeschichte: Auch in der digitalen Gegenwart ist Straßenprotest kein Ding der Vergangenheit. Die jüngsten Protestbewegungen belegen, dass auch im 21. Jahrhundert öffentliche, meist symbolisch aufgeladene Orte wie Straßen und Plätze von Protestbewegungen „bespielt“ und symbolisch besetzt werden, um gesellschaftliche Unzufriedenheit wirksam zu kommunizieren. Der Vortrag fragt an historischen und aktuellen Beispielen (u.a. March on Washington 1963; Pariser Mai ’68; Blockade von NATO-Raketendepots; Proteste gegen WTO; Occupy; Pegida; Fridays for Future) warum die gezielte physische „Eroberung“ von überwiegend urbanen Räumen durch Demonstranten auch in der Demokratie eine essentielle Qualität von Protest  ist – heute nicht weniger als im Zeitalter von Flugschrift, Plakat, Handzettel, Massenpresse oder Funk und Fernsehen.

Im Rahmen dieses Vortrags wird auch der neue Wormsgau 2019, Band 35, vorgestellt. Mitglieder können an diesem Abend ihr kostenloses Exemplar mitnehmen.

Freitag, 17. Januar 2020

 „Ja, ich bin ein Demokrat – im guten Sinne des Wortes!“ – Ein Landtagswahlkampf des jüdischen Abgeordneten Markus Edinger gegen die Wormser Nationalliberalen im frühen Bismarckreich (1872)

Dr. Burkard Keilmann, Worms

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

In einem blutigen Krieg hatten Bismarck und die deutschen Fürsten 1871 ein protestantisch-preußisches Kaiserreich geschaffen. Aufgabe des hessischen Landtags war es jetzt, die Position des Großherzogtums in einem neuen deutschen Nationalstaat auszugestalten, der große Bevölkerungskreise – von den romtreuen Katholiken bis zu Demokraten und Sozialisten – als Feinde des Reiches ausgrenzte. Markus Edinger, der langjährige Wormser Abgeordnete in der Zweiten Kammer der Hessischen Landstände, stieß bei der ersten Landtagswahl im neuen Kaiserreich in der wirtschaftlich potenten und politisch gut vernetzten nationalliberalen Elite der Stadt auf erbitterte Gegner. Um sein politisches Überleben zu sichern, sah er sich zu ungewöhnlichen Koalitionen gezwungen.

Freitag, 14. Februar 2020

Fromme Frauen, Krankenpflegerinnen, Handwerkerinnen? Beginen in Worms im Mittelalter und im 16. Jahrhundert

Dr. Christine Klapp, Kaiserslautern

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

Beginen waren fromme Frauen, die ihr Leben an religiösen Vorschriften orientierten und ein geistliches Gewand trugen, aber anders als Nonnen keine lebenslangen Gelübde ablegten und in der Welt wirkten. Seit dem 13. Jahrhundert lassen sich auch in Worms zahlreiche Beginen nachweisen, die einzeln oder in Gemeinschaft lebten und gleichsam religiöse Dienstleistungen für die Stadtgesellschaft anboten. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung des Wormser Beginenwesens, fragt nach den Tätigkeitsfeldern und dem Alltag der Frauen und nimmt die bislang kaum bekannte Geschichte der Gemeinschaften im 16. Jahrhundert in den Blick.

Freitag, 20. März 2020

Konfessionen zwischen Konflikt und Koexistenz: Katholiken, Lutheraner und Reformierte in Worms im 18. Jahrhundert

Carolin Katzer, Mainz

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

Beginn: 19.30 Uhr

In Worms lebten im 18. Jahrhundert Katholiken, Lutheraner und Reformierte anscheinend friedlich nebeneinander. Jedoch war das Alltagsleben zwischen den verschiedenen Konfessionen weitaus vielfältiger als bisher angenommen. Denn konfessionelle, teilweise gewalttätige Konflikte um katholische Prozessionen prägten ebenso das Wormser Leben wie ein friedliches Zusammenleben in gemischtkonfessionellen Ehen. Dieses spannungsreiche Verhältnis des mehrkonfessionellen Zusammenlebens wird in dem Vortrag in den Blick genommen.

Freitag, 24. April 2020

August Füller – ein Wormser Fotograf und sein Nachlass im Stadtarchiv

Dr. Gerold Bönnen, Worms

Großer Liebfrauensaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums, Tiberiasplatz (Rathenaustraße)

19.00 Uhr: Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Vorstands

20.00 Uhr: Vortrag

Der mit mehr als 10.000 Negativen umfangreichste Fotografennachlass in den Beständen des Stadtarchivs stammt aus dem Wirken des Fotografen August Füller (1870-1942) zwischen bald nach 1900 und den 1930er Jahren. Aus Anlass der archivischen Erschließung und Digitalisierung des überaus wichtigen Bestandes gibt der Vortrag einen biographischen Überblick, würdigt die enorme Bedeutung der Bildbestände und gibt Hinweise auf Möglichkeiten für seine künftige Auswertung.