Geschichte des Vereins

Der Altertumsverein Worms wurde 1879 nach dem Vorbild bereits bestehender historischer Vereine durch bürgerschaftliche Initiative gegründet. Ziele waren die Sicherung des historischen Erbes der wirtschaftlich aufstrebenden Stadt, die Gründung eines archäologischen Museums und der Aufbau einer Stadtbibliothek.

Maximilian von Heyl,
der erste Vorsitzende des Altertumsvereins
Quelle: Stadtarchiv Worms

Als Vorsitzender fungierte der 1874 gewählte Bürgermeister Friedrich Heimburg, alle Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung traten ebenfalls dem Verein bei. Als wichtigster Mäzen engagierte sich Maximilian (von) Heyl (1844-1925), Bruder des einflussreichen Lederindustriellen und Politikers Cornelius Wilhelm (von) Heyl (zu Herrnsheim).

1881 wurde der Verein Eigentümer des neu gegründeten Museums, das zunächst im Paulusstift untergebracht war. Als 1928 das Andreasstift saniert wurde und das Museum dorthin umzog, übergab der Verein die Bestände in das Eigentum der Stadt. Dafür wurde ihm vertraglich eine Mitwirkung an der Verwaltung des Museums zugesichert, die noch heute besteht.

Nach 1933 ordnete sich auch der Altertumsverein den NS-Auffassungen unter und drängte seine jüdischen Mitglieder bereits im Frühjahr 1933 zum Austritt. Die meist bürgerlichen Vereinsaktiven vertraten die Linie der NSDAP ohne Widerspruch. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es 1947 zu einer formellen Neugründung, wie es die französische Besatzungsmacht forderte.

Aufgrund des kulturellen Interesses der Industriellenfamilie von Heyl und ihrer großen finanziellen Unterstützung stellte die Familie von 1888-1962 und 1966-1983 den Vorsitzenden des Vereins (Maximilian von Heyl, Dr. Cornelius Wilhelm von Heyl, Ludwig von Heyl, Leonhard von Heyl). Weitere Vorsitzende waren Dr. Friedrich Maria Illert, Dr. Walter Hotz und Dr. Fritz Reuter. Aktueller Vorsitzender ist Dr. Josef Mattes.

Ein zentraler Schwerpunkt der Vereinsarbeit lag von Beginn an in der Erforschung der Geschichte von Stadt und Region. Forschungsergebnisse werden seit 1926 in der gemeinsam mit dem Stadtarchiv herausgegebenen wissenschaftlichen Zeitschrift „Der Wormsgau“ sowie in Einzelveröffentlichungen publiziert.

Weitere Schwerpunkte des Vereinslebens sind die Denkmalpflege, die Durchführung von Vortragsveranstaltungen, historischen Exkursionen und der Mitarbeit bei Projekten, häufig in enger Zusammenarbeit mit den kulturellen Institutionen der Stadt.