Aktuelles

Mitgliederbrief Oktober 2019

Liebe Mitglieder des Altertumsvereins,

wie im letzten Mitgliederbrief im September angekündigt, erhalten Sie heute eine etwas ausführlichere Darstellung der Situation im Städtischen Museum Andreasstift und der Position des Altertumsvereins zu den drängenden Fragen.

Auf der einen Seite haben wir die erfreuliche Entwicklung des Erdgeschosses, nämlich der Neubau zweier Flügel des Kreuzgangs, die Umgestaltung des Weißen Saales zu einem klimatisierten Museumsraum, die Umgestaltung der ehemaligen Verwaltungsräume zu einem weiteren Ausstellungsraum, die Sanierung der Toiletten im Kellergeschoss, die Anlage eines weiteren Notausgangs zur Straße am Andreastor, sodass 2021 genug Raum für eine große Landesausstellung zum Lutherreichstag und seinen Folgen vorhanden ist.

Andererseits stellen die beiden Obergeschosse, in denen bisher das historische Museum der Stadt Worms untergebracht ist, ein großes Problem dar. Die alte Heizungsanlage, die zu Teilen noch aus der Sanierungsphase des Gebäudes von 1928-1930 stammt, ist undicht, sodass die Obergeschosse nicht mehr heizbar sind und die alten Leitungen für die darunter liegenden Geschosse eine Gefahr darstellen. Ähnliches gilt für die Stromversorgung. Auch die Anlagen für den Brandschutz entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Also ist eine Schließung der Obergeschosse unabdingbar.

Zum Schutz der Exponate und natürlich der Mitarbeiter wird aber eine provisorische Heizung mit neuen Leitungen bis Ende des Jahres 2020 eingebaut, die eine Erwärmung zwischen 18 und 20 Grad erbringt. Ebenso wird es neue Brandmelder, eine neue Einbruchmeldeanlage und provisorische, auf Putz gelegte Stromleitungen geben. Aus technischer Sicht wäre also ab Ende 2020 eine Wiederöffnung der Obergeschosse möglich. Daher spricht sich der Altertumsverein klar für eine solche Wiederöffnung aus, damit nicht die größten Schätze des Museums auf viele Jahre der Öffentlichkeit entzogen werden.

Versicherungsrechtliche Fragen für die Nutzung müssen natürlich geklärt werden, da jeder Raum einer besonderen Aufsicht bedarf, die die Stadt personell nicht erbringen kann, wie man uns versichert. Der Verein bietet sich an, übergangsweise Gruppenführungen nach Klärung der o.g. Fragen zu übernehmen, sodass eine Aufsicht immer gewährleistet ist.

Als Nächstes steht dann die Generalsanierung der Obergeschosse an. Sie wird auf 6 bis 8 Millionen Euro geschätzt und kann nur mit Zuschüssen des Landes und ggf. des Bundes gestemmt werden. Daher ist es erfreulich, dass der Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen hat, bereits 2020 Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz zu beantragen. Diese Mittel zur Sanierung des Museums sind Teil einer geplanten Entwicklung des gesamten Bereichs Hochstift/ Andreasstift/ Weckerlingplatz/ Andreasquartier zu einem touristischen Zentrum.

Mit einer Generalsanierung ist eine inhaltliche Neukonzeption untrennbar verbunden. Um die öffentliche Diskussion über die Zukunft des Museums voranzutreiben, fordert der Altertumsverein die Verantwortlichen auf, schnellstmöglich mit der Erarbeitung eines Konzepts zu beginnen, wie das Museum künftig seine historischen Schätze und die Stadtgeschichte in ihrer gesamten Breite präsentieren wird. In diese Diskussion wird der Altertumsverein seine Vorstellungen einbringen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Josef Mattes